KlangLicht im Park – The Sound of Light
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Lichtstrahlen, die sich durch die Dunkelheit ziehen. Eine Baumallee, über die sich leuchtende Worte legen. Blaue Fäden, die den Blick vom Boden bis hinauf in eine Baumkrone führen. Bei der Preview von KLANGLICHT IM PARK – The Sound of Light am 19. Oktober hat mich besonders beeindruckt, wie unterschiedlich Licht einen Ort verändern kann.
Der Schwarzenberggarten direkt neben dem Belvedere bietet dafür einen wunderbaren Rahmen. Zwischen alten Bäumen, historischen Gartenanlagen und Wasserflächen entfaltet sich ein Rundgang, bei dem Kunst und Umgebung zusammenwirken. Mit Einbruch der Dunkelheit bekommt der Park etwas Märchenhaftes. Man schaut genauer hin, bleibt stehen und entdeckt hinter der nächsten Wegbiegung wieder etwas Neues.
Ab 23. Oktober 2026 ist dieses Erlebnis auch für das Publikum zugänglich. Ich durfte es bei der Medienpreview kennenlernen – und war von einigen Arbeiten regelrecht verzaubert.



Schon beim Zutritt zum Garten geht man durch einen leuchtenden Regenbogen: „Portal“ von Alfredo Barsuglia. Mit seinen bunten Glühbirnen markiert er einen Übergang, der auch gedanklich stattfinden soll. Wer hindurchgeht, betritt eine andere Wirklichkeit – einen Raum für Wünsche und Sehnsüchte, die wir mit dem Regenbogen verbinden. Aber er symbolisiert auch Offenheit, Toleranz und Diversität.

Besonders zauberhaft fand ich „Brocken 5.6“ von Yasuhiro Chida. Von außen ein Metallquader, eröffnet die Installation im Inneren eine ganz andere Welt. Durch unzählige kleine Öffnungen dringt Licht in den dunklen Raum. Die Strahlen erinnern an Sonnenlicht, das durch ein Blätterdach fällt, oder an Mondstrahlen in einer klaren Nacht.

Das Schöne daran: Man betrachtet dieses Licht nicht aus der Entfernung, sondern steht mittendrin. Es durchzieht den Raum und zeichnet kleine Lichtpunkte auf die Gesichter der Besucher*innen. Auch die Menschen werden dadurch für einen Moment Teil des Kunstwerks. Chidas Arbeit kommt mit wenigen Mitteln aus und verändert doch die Wahrnehmung vollständig. Für mich gehörte dieser scheinbar schlichte Raum zu den eindrucksvollsten Erlebnissen des Abends.

Ebenfalls wunderbar fand ich die „Lichtwege“ von Hartung & Trenz. Ihre Projektionen erleuchten eine nächtliche Baumallee und überziehen sie mit Texten. Worte werden zu Mustern, Sprache wird zum Bild, und der Blick folgt dem Licht in die Tiefe des Gartens. Die Arbeit nimmt Bezug auf die historischen Wasserkaskaden des Parks. Wo einst Wasser floss, breitet sich nun leuchtende Sprache aus. Diese Verbindung aus räumlicher Wirkung und gedanklichen Möglichkeiten hat mich besonders angesprochen. Man kann, wenn man will, einzelne Wörter suchen oder einfach das Gesamtbild auf sich wirken lassen. Schon der Blick über diese leuchtende Allee ist wunderschön. (Autos fahren hier selten, aber zufällig kam eines vorbei just als ich dort stand. Den Effekt fand ich interessant.)

Mein dritter besonderer Favorit war Bart Ensings „Connection“. Strahlend blaue Fäden führen aus Bodennähe hinauf in eine Baumkrone. Fast unwillkürlich folgt der Blick diesen Linien nach oben. Die geraden Fäden treffen auf das unregelmäßige Wachstum des Baumes. Daraus entsteht ein reizvolles Zusammenspiel von Geometrie und Natur. Zugleich lassen sich die Linien als Hinweis auf Wasser- und Energieströme verstehen, die durch einen Baum fließen und ihn mit seiner Umgebung verbinden.
Mir hat daran besonders gefallen, wie die Installation die Aufmerksamkeit auf die Baumgestalt und auf die Verbindung zwischen Erde und Krone lenkt.

Der Mond ist natürlich auch da. Ein Blickfang ist Luke Jerrams „Museum of the Moon“. Mit sieben Metern Durchmesser bringt die leuchtende Mondskulptur uns ihren Kratern in ungewohnte Nähe. Ihre detaillierte Oberfläche basiert auf NASA-Aufnahmen; die Möglichkeit, den Mond zu umrunden und auch seine sonst verborgene Rückseite zu betrachten, macht die Begegnung zusätzlich reizvoll. Begleitet wird die Arbeit von einer Klangkomposition von Dan Jones.

Auch die anderen Installationen tragen zur besonderen Atmosphäre bei: etwa Joschua Hohenbrinks „Afterglow“, dessen projizierte Schaukel wie eine zurückgebliebene Erinnerung zwischen den Bäumen erscheint, oder OchoReSottos „Liminal“, das mit Projektionen und Spiegelungen an der Grotte spielt. Zwischen den Stationen begegnet man den beleuchteten Drahttieren von Katja Paternoster. Der Park wird dabei immer wieder auf andere Weise sichtbar.
Dass KLANGLICHT seine Wurzeln im Theater hat, passt gut zu diesem Erlebnis. Begonnen hat es 2015 mit einer Lichtinszenierung an der Grazer Oper, initiiert von Bernhard Rinner, dem Geschäftsführer der Bühnen Graz. Die kuratorische Leitung liegt seit Beginn bei Birgit Lill-Schnabl. Aus der einmaligen Aktion entwickelte sich ein Festival, dessen Idee nun auch in Wien weitergeführt wird. Im Schwarzenberggarten bekommen Licht und Klang viel Raum. Besonders gelungen fand ich, wie die Arbeiten den Blick auf den Garten selbst lenken: auf seine Bäume, seine Sichtachsen und die Übergänge zwischen Dunkelheit und beleuchteten Flächen.
Ein nächtlicher Rundgang hier ist eins der stimmungsvollsten Kunsterlebnisse an denen ich in letzter Zeit teilnehmen durfte. Für mich ein Abend zum Staunen – und einer, für den man sich Zeit nehmen sollte.




AND NOW IN ENGLISH
Where the night glows
the sound of light at schwarzenberg garden
Beams of light cutting through the darkness. An avenue of trees covered in glowing words. Blue threads drawing the eye from the ground up into a treetop. At the preview of KLANGLICHT IM PARK – The Sound of Light on 19 October, I was particularly struck by the many different ways light can transform a place.
The Schwarzenberg Garden, right next to the Belvedere, provides a wonderful setting. Among old trees, historic garden features and stretches of water, a trail unfolds in which art and surroundings work together. As darkness falls, the park takes on a fairy-tale atmosphere. You look more closely, pause, and discover something new around the next bend.
From 23 October 2026, this experience opens to the public. I had the opportunity to explore it at the media preview – and found several of the works quite enchanting. As you enter the garden, you walk through a glowing rainbow: “Portal” by Alfredo Barsuglia. With its colourful light bulbs, it marks a transition intended to take place in the mind as well. Passing through it means entering another reality – a space for the wishes and longings we associate with rainbows. It also symbolises openness, tolerance and diversity.
I found “Brocken 5.6” by Yasuhiro Chida particularly magical. A rectangular metal structure on the outside, the installation opens up an entirely different world within. Light enters the dark space through countless tiny openings. The beams evoke sunlight filtering through a canopy of leaves, or moonbeams on a clear night.

The beauty of it is that you are standing right in the middle of the light. It cuts through the space and traces little points of light across visitors’ faces. For a moment, the people themselves become part of the artwork. Chida’s work uses very simple means, yet completely transforms our perception. For me, this seemingly unassuming space was one of the evening’s most impressive experiences.


I also loved “Lichtwege” by Hartung & Trenz. Their projections illuminate an avenue of trees at night, covering it in text. Words become patterns, language becomes imagery, and the eye follows the light into the depths of the garden. The work references the park’s historic water cascades. Where water once flowed, glowing language now spreads. This combination of spatial impact and possibilities for reflection particularly appealed to me. You can pick out individual words if you like, or simply take in the overall impression. The view along this glowing avenue is beautiful in itself.

My third particular favourite was Bart Ensing’s “Connection”. Bright blue threads stretch from near the ground up into a treetop. Almost instinctively, your gaze follows these lines upwards. The straight threads meet the irregular growth of the tree, creating an intriguing interplay between geometry and nature. The lines can also suggest the flows of water and energy that pass through a tree and connect it with its surroundings. What I particularly liked was how the installation draws attention to the tree’s form and the connection between the earth and its crown.
The moon is there too, of course. Luke Jerram’s “Museum of the Moon” is quite an eye-catcher. Seven metres in diameter, the glowing lunar sculpture brings us unusually close to its craters. Its detailed surface is based on NASA imagery; being able to walk around the moon and see its usually hidden far side makes the encounter all the more fascinating. A sound composition by Dan Jones accompanies the work.
The other installations also contribute to the distinctive atmosphere: Joschua Hohenbrink’s “Afterglow”, for instance, whose projected swing appears among the trees like a memory left behind, or OchoReSotto’s “Liminal”, which plays with projections and reflections at the grotto. Between the installations, you encounter Katja Paternoster’s illuminated wire animals. Again and again, the park reveals itself in a different light.
KLANGLICHT’s theatrical roots feel particularly fitting here. It began in 2015 with a light installation at Graz Opera, initiated by Bernhard Rinner, managing director of Bühnen Graz. Birgit Lill-Schnabl has been its curator from the outset. What started as a one-off event grew into a festival whose concept is now being brought to Vienna. In the Schwarzenberg Garden, light and sound have plenty of room to unfold. I particularly appreciated how the works draw attention to the garden itself: its trees, its sightlines, and the transitions between darkness and illuminated spaces.
A nighttime walk here is one of the most atmospheric art experiences I have enjoyed recently. For me, it was an evening of wonder – and one well worth making time for.

For more information
KLANGLICHT IM PARK – The Sound of Light
23. Oktober 2026 bis 10. Jänner 2027
Schwarzenberggarten, Wien – direkt neben dem Belvedere
Informationen, Öffnungszeiten und Tickets
PHOTOS © KARIN SVADLENAK
