Painting by Breughel at the Palais Liechtenstein in Vienna

Der Markt der Meister

Wie der Kunstmarkt die Kunstgeschichte formte


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Mittwoch, später Nachmittag im Gartenpalais Liechtenstein. Barocke Stuckdecken, schwere Türen, diese stille aristokratische Ruhe, die die Wier Palais so an sich haben. Und mitten in diesem Ambiente eine Ausstellung über etwas, das Museen lange lieber verschwiegen haben: Geld.

Die Ausstellung „Noble Begierden“ der Liechtenstein Collections erzählt Kunstgeschichte nicht als Folge genialer Künstler, sondern als Geschichte eines Marktes. Händler, Sammler, Auktionen, Serienproduktion, Spekulation. Kurz gesagt: Kunst als Wirtschaftssystem. Und diese Geschichte beginnt nicht in der Renaissance. Sie beginnt in der Antike.

Schon im antiken Mittelmeerraum war Kunst nämlich ein begehrtes Handelsgut. Die Römer bewunderten griechische Kunst so sehr, dass sie begannen, sie systematisch zu sammeln. Irgendwann beschlossen sie allerdings, diese Kunst nachzumachen. Also entstand ein Markt für Kopien. Werkstätten spezialisierten sich darauf, berühmte Werke immer wieder zu reproduzieren – in unterschiedlichen Materialien und Größen.

Ein prominentes Beispiel dafür ist die berühmte Laokoon-Gruppe. Das antike Original wurde 1506 in Rom wiederentdeckt und sofort zu einer Sensation. In der Ausstellung steht davon eine Gipskopie – und genau das ist der Punkt. Kopien waren über Jahrhunderte ein zentrales Instrument der Kunstvermittlung und der Kunstproduktion.

Im Florenz des 15. Jahrhunderts zeigt sich, wie stark wirtschaftliche Dynamik die Kunstproduktion prägte. Kunst war kein romantischer Akt einsamer Genies, sondern ein organisiertes Handwerkssystem. Werkstätten funktionierten wie kleine Unternehmen: Meister, Gesellen, Lehrlinge und Assistenten arbeiteten oft in Familienbetrieben, während Zünfte den Markt regelten. Vor allem für wohlhabende Familien und religiöse Orden wurde produziert, ganz nach Belieber der Kunden: Thema, Material, Größe, Preis und Lieferzeit wurden vertraglich festgelegt, erfolgreiche Motive wurden seriell produziert.

Im späten 16. Jahrhundert passierte etwas Entscheidendes: Antwerpen wurde zum Zentrum eines neuen Modells. Die boomende Wirtschaft und der globale Handel machten Antwerpen zu einem Exportzentrum für Gemälde, Druckgrafiken und Luxusgüter. Hier entstanden Verkaufsräume, in denen Künstler ihre Werke ausstellen konnten, anfangs nur während der großen Handelsmessen, später permanent. Es gab Dutzende Verkaufsstände mit Gemälden. Ein früher Kunstmarkt also, eine Vorform heutiger Messen.

Künstler beobachteten sich gegenseitig, reagierten auf Trends und produzierten gezielt für Nachfrage. Der Kunstmarkt begann, Stile zu formen.

Amor with the Soap Bubble, detail of a painting by Karel Dujardin (1626–1678). Die zerbrechliche Seifenblase symbolisiert die Vergänglichkeit von Leben und Vergnügen – ein typisches Vanitas-Motiv der Barockmalerei./The fragile soap bubble symbolizes the fleeting nature of life and pleasure — a popular vanitas motif in Baroque painting.

Doch es war in Amsterdam, wo im 17. Jahrhundert ein Massenmarkt für Kunst entstand. Amsterdam war voll mit reichen Menschen. Kunst wurde nun nicht mehr nur für Höfe oder Kirchen produziert, sondern für eine anonyme Käuferschaft. Landschaften, Stillleben, Seestücke oder Szenen des Alltags waren ideal für bürgerliche Wohnzimmer. Werkstätten spezialisierten sich auf bestimmte Motive.

Kunsthistoriker schätzen, dass Haushalte der Amsterdamer Mittelschicht in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts durchschnittlich 37 Gemälde besaßen, eine Zahl die wirklich unglaublich erscheint. Anscheinend war Amsterdam schon damals eine Stadt voller Bilder.

Auch bei Pieter Brueghel dem Jüngeren (1564–1638) lässt sich etwas beobachten, das man heute fast als serielle Produktion bezeichnen könnte. In seiner Werkstatt entstanden immer wieder Varianten derselben beliebten Motive – etwa Bauernhochzeiten, Dorfkirmessen oder Winterszenen. Viele dieser Kompositionen gehen ursprünglich auf seinen berühmten Vater Pieter Bruegel den Älteren zurück. Die Nachfrage nach diesen Szenen war im 17. Jahrhundert enorm. Brueghel und seine Werkstatt produzierten deshalb zahlreiche Versionen derselben Bilder, oft mit kleinen Variationen in Details oder Figuren./Something similar to what we might today call serial production can also be observed in the work of Pieter Brueghel the Younger (1564–1638). His workshop repeatedly produced variations of the same popular motifs, such as peasant weddings, village festivals, or winter scenes. Many of these compositions originally go back to his famous father, Pieter Bruegel the Elder. The demand for these scenes was enormous in the 17th century, so Brueghel and his workshop created numerous versions of the same images, often with small variations in details or figures.

Was mich in der Ausstellung besonders überrascht hat: Wie international der Kunsthandel schon damals war. Schon im 17. Jahrhundert gab es ein dichtes Netzwerk von Händlern und Agenten, die quer durch Europa unterwegs waren. Sie suchten nach interessanten Werken, handelten Preise aus und organisierten den Transport zu ihren Auftraggebern.

Auch Fürsten wie Johann Adam Andreas I. von Liechtenstein nutzten solche Netzwerke, um ihre Sammlungen aufzubauen. Kunst wurde nicht einfach entdeckt – sie wurde gezielt gesucht, gekauft und verschoben. Und Kunst reiste selten allein. Gemälde, Skulpturen oder Drucke waren Teil eines viel größeren Handels. Händler transportierten gleichzeitig Möbel, Textilien und Luxusgüter – manchmal sogar Rohstoffe wie Kakao oder Vanille.

Kunst war also schon damals mehr als nur schöne Dekoration. Sie war Prestige, Investition und politisches Statement zugleich.

Unser Guide Johannes Karel erklärt hier das Gemälde „Interior of the Antwerp Stock Exchange“ von Sebastian Vrancx, das einen frühen Kunstmarkt in Antwerpen zeigt./ Our guide Johannes Karel explaining the painting “Interior of the Antwerp Stock Exchange” by Sebastian Vrancx, depicting an early art market in Antwerp.
Dieses Porträt zeigt James Christie, den Gründer des Auktionshauses Christie’s. Als er 1766 in London sein Auktionshaus eröffnete, konnte er wohl kaum ahnen, dass daraus eines der einflussreichsten Unternehmen des internationalen Kunstmarkts werden würde.
Dieses Porträt (Benjamin Vandergucht zugeschrieben) von einem Geschäftsmann mit gepuderter Perücke zeigt James Christie, den Gründer des Auktionshauses Christie’s. Als er 1766 in London sein Auktionshaus eröffnete, konnte er wohl kaum ahnen, dass daraus eines der einflussreichsten Unternehmen des internationalen Kunstmarkts werden würde./This portrait, attributed to Benjamin Vandergucht, shows businessman James Christie in a powdered wig, the founder of the auction house Christie’s. When he opened his auction house in London in 1766, he could hardly have imagined that it would become one of the most influential institutions in the international art market.

James Christie verstand früh etwas Entscheidendes: Kunst verkauft sich nicht nur über Qualität, sondern auch über Inszenierung. Seine Auktionen wurden zu gesellschaftlichen Ereignissen, bei denen Aristokraten, Händler und Sammler zusammenkamen. Man kaufte nicht nur Kunstwerke – man kaufte auch Status, Geschichte und manchmal schlicht den Nervenkitzel des Bietens.

Viele der großen Sammlungen Europas wurden über seine Auktionen verkauft oder neu zusammengestellt. Und die Mechanik, die er damals etablierte – Wettbewerb zwischen Bietern, steigende Preise, öffentliche Aufmerksamkeit – prägt den Kunstmarkt bis heute. Kunst wurde endgültig zu einer Ware, deren Wert sich im Moment des Zuschlags entscheidet.

Das Badminton Cabinet ist ein monumentaler Barockschrank, der im 18. Jahrhundert in den Pietra-dura-Werkstätten der Medici in Florenz für den Duke of Beaufort in England gefertigt wurde. Es zählt zu den berühmtesten Möbelstücken der Welt und gilt heute als das teuerste Möbelstück, das je verkauft wurde. / The Badminton Cabinet is a monumental Baroque cabinet created in the 18th century in the Medici pietra dura workshops in Florence for the Duke of Beaufort in England. It is considered one of the most famous pieces of furniture in the world and remains the most expensive piece of furniture ever sold.

Mich haben die Intarsienarbeiten dieses Kabinetts sehr beeindruckt: ein unglaublicher Reichtum an Farben, Steinen und winzigen Details. Man steht davor und fragt sich unweigerlich, wie so etwas überhaupt möglich war. Solch aufwendige Pietra-dura-Arbeiten lassen sich heute nicht mehr in derselben handwerklichen Perfektion herstellen wie damals.

Im 18. Jahrhundert taucht plötzlich eine neue Käufergruppe auf: junge Aristokraten auf der sogenannten Grand Tour. Diese Bildungsreisen führten quer durch Europa, vor allem nach Italien. Rom, Florenz, Venedig – Pflichtprogramm für jeden, der etwas auf sich hielt. Natürlich wollte man von dieser Reise auch etwas mit nach Hause nehmen. Antike Statuen, Stadtansichten, Ruinenlandschaften – all das wurde zu begehrten Souvenirs. Im Grunde funktionierte das nicht so anders als heute: Man reist, erlebt etwas Großartiges und möchte ein Stück davon behalten. Nur dass die Souvenirs damals eben Gemälde oder Skulpturen waren.

Mich hat besonders fasziniert, dass schon im 17. Jahrhundert Kunstkataloge produziert wurden. Solche gedruckten Bücher mit Kupferstichen dokumentierten berühmte Sammlungen und machten sie über die Grenzen der Paläste hinaus sichtbar – eine frühe Form dessen, was heute Ausstellungskataloge oder Online-Galerien leisten. Z.B. Dieses frühe Sammlungskatalog-Buch: La Galerie électorale de Düsseldorf von Nicolas de Pigage, erstmals 1778 veröffentlicht dokumentierte mit Kupferstichen die kurfürstliche Gemäldegalerie und machte die Sammlung weit über Düsseldorf hinaus bekanntt./What fascinated me most was that art catalogues were already being produced in the 17th century. These printed books with engravings documented famous collections and made them visible far beyond the walls of palaces — an early version of what exhibition catalogues or even online galleries do today. One example is the early collection catalogue La Galerie électorale de Düsseldorf by Nicolas de Pigage, first published in 1778. Through detailed engravings it documented the Electoral Gallery and helped make the collection known far beyond Düsseldorf.

Im 19. Jahrhundert entstanden dann neue Ausstellungsformen, private Galerien gewannen an Bedeutung, und langsam verlagerte sich die Macht vom staatlichen System hin zum Publikum – und zum Markt. In eigenen Werkstätten entstanden Kopien und Druckgrafiken in verschiedenen Formaten und Preisklassen. Ein Bild konnte so plötzlich in ganz Europa oder sogar in Amerika bekannt werden. Entscheidend war, wie gut sich ein Motiv reproduzieren ließ und wie weit es zirkulieren konnte.

Um 1890 verschob Claude Monet die Regeln noch einmal ein Stück weiter. Serien gab es zwar schon lange – Werkstätten der Renaissance oder niederländische Maler hatten erfolgreiche Motive immer wieder produziert.

Monet machte daraus jedoch ein bewusstes künstlerisches Konzept. In seinen berühmten Getreideschobern malte er immer wieder dasselbe Motiv, aber unter verschiedenen Licht- und Wetterbedingungen. Plötzlich ging es nicht mehr nur um das Motiv selbst, sondern um Farbe, Atmosphäre und Wahrnehmung.

In seinen berühmten Getreideschobern malte Monet immer wieder dasselbe Motiv, aber unter verschiedenen Licht- und Wetterbedingungen. Plötzlich ging es nicht mehr nur um das Motiv selbst, sondern um Farbe, Atmosphäre und Wahrnehmung./In his famous Haystacks, Monet painted the same motif again and again under different light and weather conditions. Suddenly the subject itself was no longer the main point — what mattered were color, atmosphere, and perception.

Und gleichzeitig war das eine ziemlich kluge Marktstrategie. Monet zeigte ganze Serien zusammen in Ausstellungen bei seinem Händler Paul Durand-Ruel. Danach wurden die Bilder einzeln verkauft, oft an amerikanische Sammler. Jedes Gemälde funktionierte für sich, aber zusammen bildeten sie eine Art visuelle Familie.

Die Ausstellung endet schließlich mit einer kleinen Wiener Pointe. Die Wiener Secession wollte Kunst bewusst vom Markt befreien und propagierte künstlerische Autonomie. Künstler wie Gustav Klimt inszenierten sich als unabhängige Schöpfer jenseits von Publikumsgeschmack und Handel. Doch auch hier wurden Werke verkauft und Provisionen bezahlt.

Gustav Klimt – Nuda Veritas (1899). Mit diesem programmatischen Werk der Wiener Secession erklärte Klimt die kompromisslose künstlerische Wahrheit zum Ideal – ein Manifest für Kunst jenseits von akademischen Regeln und Publikumsgeschmack. With this programmatic work of the Vienna Secession, Klimt proclaimed uncompromising artistic truth as an ideal — a manifesto for art beyond academic rules and public taste.

Am Ende bleibt eine Erkenntnis: Kunstgeschichte lässt sich nicht ohne den Kunstmarkt verstehen. Händler, Sammler, Agenten, Auktionen und Netzwerke haben immer mitentschieden, welche Werke sichtbar werden und welche in Vergessenheit geraten.

Nach diesem Rundgang sieht man Kunst vielleicht ein wenig anders. Nicht weniger faszinierend – aber deutlich realistischer.


The Market of the Masters

How the Art Market Shaped Art History

Wednesday, late afternoon at the Garden Palace Liechtenstein. Baroque stucco ceilings, heavy doors, that quiet aristocratic calm that the Viennese palaces seem to possess. And in the middle of this setting, an exhibition about something museums long preferred not to talk about too openly: money.

The exhibition “Noble Desires” by the Liechtenstein Collections tells art history not as a sequence of brilliant artists, but as the story of a market. Dealers, collectors, auctions, serial production, speculation. In short: art as an economic system. And this story does not begin in the Renaissance. It begins in antiquity.

Already in the ancient Mediterranean world, art was a coveted commodity. The Romans admired Greek art so much that they began systematically collecting it. At some point, however, they decided to imitate it themselves. A market for copies emerged. Workshops specialized in reproducing famous works again and again, in different materials and sizes.

A prominent example is the famous Laocoön Group. The ancient original was rediscovered in Rome in 1506 and immediately became a sensation. In the exhibition there is a plaster cast of it – and that is precisely the point. Copies were, for centuries, a central instrument of both art dissemination and art production.

In 15th-century Florence it becomes clear how strongly economic dynamics shaped artistic production. Art was not a romantic act of solitary geniuses but an organized craft system. Workshops functioned like small companies: masters, journeymen, apprentices and assistants often worked in family businesses, while guilds regulated the market. Production was mainly for wealthy families and religious orders, entirely according to the clients’ wishes: subject, material, size, price and delivery date were contractually fixed, and successful motifs were produced in series.

In the late 16th century something decisive happened: Antwerp became the center of a new model. A booming economy and global trade turned Antwerp into an export hub for paintings, prints and luxury goods. Here, sales spaces emerged where artists could display their works – initially only during the great trade fairs, later permanently. There were dozens of stalls selling paintings. In other words, an early art market, a precursor of today’s art fairs. Artists watched each other, reacted to trends and produced specifically for demand. The art market began to shape styles.

But it was in Amsterdam that a true mass market for art emerged in the 17th century. Amsterdam was full of wealthy people. Art was no longer produced only for courts or churches, but for an anonymous clientele. Landscapes, still lifes, seascapes or scenes of everyday life were ideal for bourgeois living rooms. Workshops specialized in specific motifs.

Art historians estimate that households of the Amsterdam middle class owned an average of 37 paintings in the second half of the 17th century – a number that seems almost unbelievable today. Apparently Amsterdam was already a city full of images.

What surprised me most in the exhibition was how international the art trade already was at that time. As early as the 17th century there was a dense network of dealers and agents traveling across Europe. They searched for interesting works, negotiated prices and organized transport to their clients.

Princes such as Johann Adam Andreas I of Liechtenstein also used such networks to build their collections. Art was not simply discovered – it was deliberately sought out, bought and moved. And art rarely traveled alone. Paintings, sculptures or prints were part of a much larger trade. Dealers transported furniture, textiles and luxury goods at the same time – sometimes even raw materials such as cocoa or vanilla. Art was therefore more than just beautiful decoration even then. It was prestige, investment and political statement all at once.

James Christie understood something important early on: art does not sell through quality alone, but also through staging. His auctions became social events where aristocrats, dealers and collectors gathered. People did not just buy artworks – they also bought status, history and sometimes simply the thrill of bidding.

Many of Europe’s great collections were sold or reshaped through his auctions. And the mechanism he established – competition between bidders, rising prices, public attention – still shapes the art market today. Art finally became a commodity whose value is decided in the moment the hammer falls.

The inlay work on the Badminton cabinet impressed me enormously: an incredible richness of colors, stones and tiny details. Standing in front of it, one inevitably wonders how such a thing was even possible. Pietra dura work of this complexity can no longer be produced today with the same level of craftsmanship.

In the 18th century a new group of buyers suddenly appeared: young aristocrats on the so-called Grand Tour. These educational journeys took them across Europe, especially to Italy. Rome, Florence, Venice – essential destinations for anyone who considered themselves cultured. And of course people wanted to bring something home from these travels. Antique sculptures, city views and romanticized ruins became coveted souvenirs. In principle it worked much like today: you travel, experience something extraordinary and want to keep a piece of it. Only the souvenirs then were paintings or sculptures.

What fascinated me most was that art catalogues were already being produced in the 17th century. These printed books with engravings documented famous collections and made them visible far beyond the walls of palaces — an early version of what exhibition catalogues or even online galleries do today.

In the 19th century new forms of exhibitions emerged, private galleries gained importance and power gradually shifted from the state system to the public – and to the market. Workshops produced copies and prints in different formats and price categories. A painting could suddenly become known throughout Europe or even in America. What mattered was how well a motif could be reproduced and how widely it could circulate.

Around 1890 Claude Monet pushed the rules a little further. Series had existed for a long time – Renaissance workshops and Dutch painters had repeatedly produced successful motifs.

But Monet turned this into a deliberate artistic concept. In his famous Haystacks he painted the same motif again and again under different light and weather conditions. Suddenly the subject itself was no longer the point – what mattered were color, atmosphere and perception. In his famous Haystacks, Monet painted the same motif again and again under different light and weather conditions. Suddenly the subject itself was no longer the main point — what mattered were color, atmosphere and perception.

At the same time this was also a very clever market strategy. Monet showed entire series together in exhibitions at the gallery of his dealer Paul Durand-Ruel. Afterwards the paintings were sold individually, often to American collectors. Each painting functioned on its own, but together they formed a kind of visual family.

The exhibition ultimately ends with a small Viennese twist. The Vienna Secession wanted to free art from the market and advocated artistic autonomy. Artists such as Gustav Klimt presented themselves as independent creators beyond public taste and commerce. Yet even here works were sold and commissions were paid.

In the end one realization remains: art history cannot be understood without the art market. Dealers, collectors, agents, auctions and networks have always helped decide which works become visible and which fall into oblivion.

After this exhibition one may see art a little differently. Not less fascinating – but certainly more realistic.

The exhibition runs until April 6 and is free to visit!


EXHIBITION PHOTOS © KARIN SVADLENAK